'Zauberhof 10-7-2'


Direkt zum Seiteninhalt

300 Jahre Vierkanthof

'Steinfelder Hof' - 'Krusche Hus' - 'Komp's Höffje' - 'Zauberhof 10-7-2'

.... 4 Namen in 300 Jahren - und alle haben eine persönliche Berechtigung....
(Quellenhinweis: Historische Hinweise und Texte in Auszügen von Herrn Norbert Toporowski aus Schleiden)

Steinfelder Hof: Genau 300 Jahre ist das Gebäude alt und damit das älteste Haus in Nierfeld. Es ist ein gemauertes Haus mit dicken Bruchsteinen im Erdbereich, während alle anderen Häuser aus dieser Zeit bestenfalls Fachwerkhäuser mit Lehmgefachen waren.

Bis zum Ausgang der so genannten Alten Zeit - manchmal spricht man auch von der „Napoleonischen Flurbereinigung“ - gehörten die Dörfer der Umgebung zum Herzogtum Jülich. Jülich ist heute noch weit entfernt und damals wirkte diese Entfernung noch weiter. So hatte der Herzog sein Land unterteilt und die Bewohner hatten näher gelegene Unterherrschaften als Bezugsbereich. In unserer Nähe gab es einmal die Unterherrschaft Dreiborn sowie das Kloster Steinfeld. Und zur Zeit als dieses Gebäude entstand, gehörte Nierfeld noch nicht (wie von 1815 bis 1940) zu Dreiborn, sondern unterstand dem Kloster Steinfeld. Dazu muss man aber wissen, dass die dortigen Mönche nicht nur beteten und in religiöser Hinsicht aktiv waren, sondern wirtschaftlich dachten, z.B. Abbau von Eisenerzen auf dem Wackerberg.
Nierfeld verdankt seinen Namen „das niedere Feld“, weil es in der Tat der am niedrigsten gelegene Ort des Steinfelder Bezirks war (es gab übrigens auch ein Bergersfeld, dessen letzte zerfallene Gebäudereste noch um 1950 zwischen Eichacker und Wegweiser auf dem Wackerberg zu sehen waren). Die Bauern - und eigentlich war um 1700 noch jeder Einwohner Bauer - des Dorfes mussten ihre Abgaben an die Steinfelder Abtei sammeln- und dies geschah im Steinfelder Hof, dem einzig festen Gebäude mit entsprechenden Scheunen im Ort. Was mussten sie abgeben? Den so genannten Zehnten, also 10% ihrer Ernte von Hafer, Weizen usw. (Kartoffeln wurden noch nicht angebaut), eine bestimmte Menge Fleisch (je nach Viehbestand) und Eier. Davon lebte zunächst der örtliche Verwalter (ob er noch weitere Mitarbeiter hatte, weiß man nicht), der Rest wurde in regelmäßigen Abständen per Pferdefuhrwerk nach Steinfeld transportiert (Wackerberg - Obergolbach - oberhalb von Rinnen - Steinfeld), also bergauf und bergab. Der Transport dürfte einen ganzen Tag in Anspruch genommen haben.
Steinfelder Hof war so Sammelpunkt und sicher auch Treffpunkt der Bauern Nierfelds. Es gab sicher Regionen, in denen die Herrschaft strenger war als im Herzogtum Jülich, dennoch sollten wir uns nur arme Bauern vorstellen, die hier aus dem kargen Eifelboden mit harter Knochenarbeit ihre geringen Erträge erwirtschaftet haben. Wohlstand gab es nicht und lediglich der Steinfelder Hof stach aus allen Gebäuden des Ortes deutlich heraus.
Als die Franzosen um 1800 das Rheinland eroberten, machten sie Schluss mit der Kleinstaaterei. Das Herzogtum Jülich und die Unterherrschaften wurden von ihnen aufgelöst. Sie bildeten Departements und Cantone und - weil sie erst einmal ihre neu eroberten Gebiete erfassen wollten - fertigten sie die ersten (einigermaßen genauen) Karten unseres Gebietes. Und die erste Kartenaufnahme Nierfelds ist 1807, also fast 100 Jahre nach der Erbauung des Steinfelder Hofes entstanden. Sie zeigt von Nierfeld etwa zwanzig Häuser als kleine schwarze Punkte und einen großen Vierkanthof - eben den Steinfelder Hof.
Unsicher ist, wer nun der Besitzer des Hofes wurde. Die Franzosen rissen an anderer Stelle die Symbole der früheren Herrschaft einfach ab oder verkauften oder versteigerten sie an begüterte Privatpersonen. Der Steinfelder Hof in Nierfeld war offensichtlich nicht so interessant und sicher auch zu abgelegen, als dass irgendein reicher Privatier daran Interesse gezeigt hätte. Es versiegen nun die Quellen über den Besitz des Hofes für über 100 Jahre.

Krusche Hus/Komp's Höffje: Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wissen wir wieder Genaueres. Als Besitzer des Hofes wird nun Stefan Braun geführt. Er hatte hier eine Schreinerwerkstatt eingerichtet, in der er neben Möbeln auch Wagenräder und Ähnliches herstellte. Mit seiner Frau Gertrud hatte er einen Sohn, der den väterlichen Betrieb einmal hätte übernehmen sollen. Doch der unselige 2. Weltkrieg machte all diese Pläne zunichte. Stefan Braun kam nicht mehr aus dem Krieg zurück, sein Sohn starb unmittelbar danach. So verblieben Hof und Grundstück bei der Witwe Gertrud Braun und ihrer Schwester Katharina Komp - im ganzen Ort - wohl wegen ihrer „Haarformation“ - als Krusche Traut und Krusche Trin bekannt. Beide führten, solange es ihre Gesundheit zuließ, eine kleine Nebenerwerbs-landwirtschaft und hatten dazu einen großen Nutzgarten Richtung Süden. Dieser Garten wiederum war von einigen riesigen Birnbäumen begrenzt. Diese in der Erntezeit zu erklettern, scheuten sich die beiden alten Damen keineswegs, wie sie überhaupt als couragierte Personen in Erinnerung geblieben sind. Werkzeuge und Geräte der alten Schreinerei haben sie noch jahrzehntelang aufgehoben, bis sie dann in relativ kurzen Abständen - deutlich jenseits der 80 - starben. Ein Ehepaar aus Düsseldorf hat in den 80er Jahren den Besitz übernommen und das Haus liebevoll restauriert.

Zauberhof 10-7-2: Erst im Jahr 2011 übernahmen wir den Hof, der uns sofort verzaubert hat. Unsere Liebe hat uns über Sylt, Hamburg und Grossvernich nach Nierfeld gebracht. Der Name 'Zauberhof 10-7-2' spiegelt unsere persönlichen Gefühle über unsere Liebe in Form eines Rätsels wider.

und nun ?.... unsere gemeinsame Reise geht weiter - in den Norden - der Liebe wegen !!




Startseite | Bilder | Gästebuch | 300 Jahre Vierkanthof | 300-Jahr-Feier am 30.6.2012 | Elkes 'Kochleidenschaft'... | Kontakt | Impressum u. rechtliche Hinweise | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü